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Horizonty

Die polnische Arbeitsgruppe hat sich mit dem Umbruchsjahr 1989 in Wrocław beschäftigt, aber auch die Zeit davor und danach analysiert. Sie wurde institutionell vom Edith-Stein-Haus in Wrocław betreut.

In der polnischen Erinnerungsdebatte spielen die 1980er Jahre eine bedeutende Rolle. Der bis heute anhaltende Transformationsprozess in Polen nahm hier seinen Ausgang. Die von der unabhängigen polnischen Arbeiterbewegung Solidarność initiierten Streiks zielten auf eine Demokratisierung der Gesellschaft ab. Mit Verhängung des Kriegszustands 1981 durch die kommunistische Führung Polens wurde dieser Prozess zunächst verhindert. Der große Erfolg der Solidarność bei den ersten teilweise freien Wahlen am 4. Juni 1989 bestätigte den lang erwarteten Aufbruch zur friedlichen Demokratisierung.

Die Studenten in Wrocław haben die Bedingungen, Formen und die langfristigen Folgen dieses Prozesses anhand verschiedener Beispiele analysiert: die Veränderungen im Stadtbild; den Zerfall der traditionellen Industriestruktur, die die wirtschaftliche und soziale Grundlage des für den polnischen Weg unverzichtbaren Arbeitermilieus vor 1989 bildete; die kulturelle Szene der Stadt, sowohl die offizielle als auch die unabhängige, die in unterschiedlicher Weise bis heute präsent sind; die Kindheit in Wrocław vor und nach 1989; Formen der Freizeitgestaltung; Formen des politischen Protests und des zivilgesellschaftlichen Engagements; und nicht zuletzt die Bewertung des Umbruchsjahres 1989 aus Sicht der älteren wie auch der jüngeren Einwohner von Wrocław.

Die Ergebnisse werden in Wrocław sowohl als Open-Air- Tafeln im Zentrum der Stadt als auch in Form einer eigenen Ausstellung präsentiert.

Paulina Poznańska & Anna Tomaszewska, Wrocław

Anna Tomaszewska ist Mentorin des Teams in Wrocław. Anna Tomaszewska hat Politikwissenschaft an der Universität Wroclaw in Polen und Europarecht an der Universität Würzburg studiert, wo sie einen DAAD-Preis 2008 als beste ausländische Studierende bekommen hat. Derzeit leitet sie die Stiftung für Europa-Studien in Breslau (www.feps.pl). 2008 hat sie das Internationale Parlaments-Stipendium des deutschen Bundestages erhalten. 2007 hat sie mit dem Britischen Institut für Internationales Recht in London zusammengearbeitet.

Paulina Poznańska betreute als Mitarbeiterin des Edith- Stein-Hauses das Team in Wrocław.