»Himmelweit gleich – Europas 1989« im Veranstaltungskontext des Goethe-Instituts Prag
Als die Brücke/Most Stiftung im August 2008 im Goethe-Institut Prag seine Projektidee von »Himmelweit gleich - Europas 1989« vorstellte, waren wir gern bereit, einen Beitrag zum Gelingen des Vorhabens zu leisten. Junge Menschen aus Polen, Tschechien, der Slowakei und Deutschland zusammenzubringen, die sich über die Geschehnisse von 1989 und deren Vorgeschichte austauschen mit dem Ziel, eine Ausstellung in vier Städten dazu zu erstellen - das war in der Kürze der Zeit ein ambitioniertes Projekt, auf dessen Erfolg die Initiatoren zu Recht stolz sein können.
Als die Studierenden sich zum ersten Mal in Prag trafen und die persönlichen Wende-Geschichten erzählten, liefen am Goethe-Institut die Vorbereitungen für eine Konferenz in Berlin: »Freiheit im Blick: Europa 1989/2009. Geschichte einer Hoffnung – Ende einer Illusion?« Intellektuelle, Wissenschaftler und Künstler aus Mittelosteuropa tauschten ihre Sicht auf die Ereignisse von 1989 und den heutigen Stand der Entwicklung der Transformationsgesellschaften aus. Mit der Konferenz richtete das Goethe-Institut gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde und dem Polnischen Institut Berlin den Blick auf die Freiheitsbewegungen und friedliche Revolutionen in Ländern wie Polen, Ungarn oder der damaligen Tschechoslowakei, ohne die die deutsche Einigung, die Neuordnung Europas und die Überwindung des Ost-West-Konflikts kaum möglich gewesen wären.
Was ist im Gedächtnis geblieben - 20 Jahre nach dem Mauerfall? Die Goethe-Institute in Mittelosteuropa baten neun Schriftstellerinnen aus ihren Gastländern über ihre Erinnerungen an die Zeit des Mauerfalls zu reflektieren. Diese Frage beantworten auf ganz unterschiedliche Weise neun literarische Texte. Nachzulesen unter www.goethe.de/prag »Mein 1989«
Film- und Literaturveranstaltungen sowie Wettbewerbe für Schüler und Lehrer, die sich mit dem Thema der Zeitenwende von 1989 im Unterricht beschäftigt haben, komplettierten die Veranstaltungsreihe des Goethe-Instituts Prag.
Fast zeitgleich mit den Ausstellungen, die einen äusseren Abschluss von »himmelweit« markierten, startete ein europaweiter Essaywettbewerb für junge Leute aus Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Österreich, Polen, Rumänien, Tschechien und Ungarn, die 1989 geboren sind. In den Essays legen sie ihre Sicht auf die Zukunft Europas dar. Im April 2010 trafen sich die Sieger des Wettbewerbs in Brüssel, Bukarest, Prag und Warschau und verabschiedeten eine Deklaration der Generation 89.
Diese Deklaration setzt keinen Schlusspunkt, sondern ebenso wie die vorliegende Dokumentation zu »Himmelweit gleich - Europas 1989« erneut einen Ausgangspunkt für Auseinandersetzungen und spannende Geschichten.
Dr. Heike Uhlig ist stellv. Institutsleiterin am Goethe-Institut Prag und Leiterin der Spracharbeit mit Regionalauftrag
- Himmelweit gleich? - Europa ´89
- 20 Jahre später
- Zeittafel
- Vier Erinnerungen
- Der Umgang mit »1989« im vereinigten Deutschland
- Die historischen Jubiläen von 2009 im Spiegel der geschichtspolitischen Debatten in Polen
- Celebrations of the 20th anniversary of the Iron Curtain’s fall in the Czech Republic
- Veranstaltungskontext des Goethe-Instituts Prag
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